Gärtnern im Quadrat So geht "Square Foot Gardening"

Im Nutzgarten werden Gemüse und Blumen traditionell in langen Reihen ausgesät und angepflanzt. Doch es geht auch anders - nämlich bequem und einfach mit quadratischen Hochbeeten.

Grüne Sprosse wachsen aus dunkler Erde in einem quadratischen Hochbeet, auf dem Holzleisten mit der Aufschrift Gartenkresse angebracht sind
Das Hochbeet mit quadratischer Grundfläche wird mit Holzstäben in kleinere Quadrate von etwa 30 mal 30 Zentimetern Länge aufgeteilt. In diesen Kästchen können verschiedene Gemüsearten angebaut werden - Gartenkresse zum Beispiel. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

"Square Foot Gardening"

Anfang der 1980-er Jahre kam in den Vereinigten Staaten das "Square Foot Gardening", zu Deutsch "Gärtnern im Quadrat" in Mode. Der amerikanische Bauingenieur und Gärtner Mel Bartholomew wollte der mühsamen Arbeit beim Anbau von Gemüse und Blumen in langen Reihen und mit weiten Abständen ein Ende setzen. Er entwickelte deshalb die Anbaumethode mit Quadraten. Mittlerweile gibt es eine weltweite Fangemeinde dieser Form des Gartenbaus.

Keine "überflüssigen" Flächen

Die Grundidee ist einfach: Beim "Square Foot Gardening" (kommt von der Längeneinheit "foot" = Fuß) wird Platz gespart. Einerseits entfällt die Fläche, die im konventionellen Garten zwischen den Beeten als Gehweg gedacht ist. Auch der Abstand zwischen den Reihen mit den Pflanzen wird viel geringer. Schließlich müssen auch diese Flächen gepflegt werden. Im Quadratgarten fällt diese Arbeit weg.

Tanja Tomaske steht an einem von ihr entwickelten, quadratförmigen Hochbeet und legt Samen mit Hilfe von Saatscheiben in die Erde
So stimmen die Abstände: Tanja Tomaske sät mit Hilfe von vorgefertigen Schablonen. Bildrechte: MDR/Heike Mohr

Pflege mit geringem Aufwand

Die Beete im Quadratgarten können Hochbeete mit einer geringen Höhe von 25 bis 30 Zentimetern sein. Auf Balkon und Terrasse reicht ein einfacher Holzkasten aus. Im Garten kann unter der Umrandung ein Gitter als Schutz vor Wühlmäusen angebracht werden. Als Substrat reicht ganz normale Gartenerde, die vor der Aussaat oder dem Setzen von Pflänzchen mit Gemüsedünger aufgewertet werden kann. Wer genug Platz im Haus hat, kann Gemüse, Sommerblumen und Salate auch vorziehen. In der warmen Jahreszeit lässt sich das frisch Gezogene dann in das quadratische Beet pflanzen.

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Viel Gemüse auf kleiner Fläche

Ansonsten geht es ganz geometrisch und mathematisch überschaubar zu: Ein Beet, das zur einfacheren Bearbeitung maximal 120 Zentimeter Seitenlänge aufweisen sollte, wird mit Bambus- oder Holzstäben in kleinere Quadrate von 30 mal 30 Zentimetern Länge unterteilt. In ein solches Grundquadrat passen je nach endgültiger Größe der Pflanzen: eine Tomate, eine Paprika, zwei Gurken, vier Salatköpfe, neun Buschbohnen oder 16 Radieschen. Hierbei sollten Sie nur beachten: Hoch wachsende Pflanzen sollten Sie so setzen, dass sie das andere Gemüse nicht überschatten. Man rechnet pro Person ein Beet, wenn Sie mehrmals täglich frisches Gemüse ernten möchten.

Brigittes Tipps für den Anbau im Hochbeet:

Pflanzen Sie Zucchini an den Rand oder in die Ecke. Setzen Sie auch essbare Blumen wie Kapuzinerkresse oder Dufttagetes ins Quadratbeet, da sie nützliche Tierchen anlocken und für die Küche genutzt werden können.

Gartenexpertin Brigitte Goss

Für Anfänger geeignet

Diese "Easy gardening"-Methode kann für alle Gartensituationen eingesetzt werden: im klassischen Nutzgarten, im kleinen Schrebergarten, auf dem Dachgarten, auf dem Balkon oder im sonnigen Hinterhof. Besonders Anfänger im Gärtnern freunden sich gern und schnell mit dieser übersichtlichen Anbaumethode an.

Weitere Vorteile:

  • erfordert wenig Zeitaufwand
  • Unkraut hat wenig Platz
  • Arbeit mit einfachen und leichten Gartengeräten

Nachteile:

  • Hochbeete trocknen schneller aus als Gartenboden und müssen daher ausreichen gewässert werden
  • manche Schädlinge haben es leichter, zum Beispiel Erdflöhe und Wurzelläuse
  • Anschaffungskosten für ein Quadratbeet sind je nach Ausführung hoch
  • beim Bau muss auf witterungsbeständiges Holz geachtet werden
  • größere Kulturen wie Kürbisse oder Blumenkohl benötigen mehr Platz und passen daher nicht gut ins Quadratbeet
  • Anbaumethode ist nur für kleine Haushalte geeignet

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 13. Mai 2018 | 08:30 Uhr