Stichwort Wege der Moderne - Die neue Dauerausstellung im Kunstmuseum Moritzburg

Als Hort der Moderne zeigt sich das Kunstmuseum Moritzburg in der neuen Dauerausstellung. Was gibt es zu sehen?

Außenansicht Moritzburg Kunstmuseum Halle.
Das Kunstmuseum Moritzburg Halle Bildrechte: Falk Wenzel

Bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten war die Moritzburg in Halle eines der bedeutendsten deutschen Museen für die Kunst der Moderne, also die zeitgenössische Kunst der Epoche. Davon blieb nicht viel. Umso größer war die Freude darüber, dass der private Sammler Hermann Gerlinger seine bedeutende "Brücke"-Sammlung 2001 als Leihgabe zur Verfügung stellte. Zu den mehr als 1.000 Einzelstücken gehörten Werke von Emil Nolde, Karl Schmidt-Rottluff oder Max Pechstein. Nach 16 Jahren zog er sie im Frühjahr 2017 ab. Unstimmigkeiten über die Präsentation hatten zu der "Trennung im Einvernehmen" geführt.

Auf den Rückzug folgte die Neukonzeption einer Dauerausstellung in zwei Teilen, die sich komplett aus den eigenen Beständen speisen sollte.

Kunst in Deutschland 1900 bis 1945

Franz Marc - "Die weiße Katze" (Kater auf gelbem Kissen), 1912
Franz Marc - "Die weiße Katze" (Kater auf gelbem Kissen), 1912 Bildrechte: Punctum/Bertram Kober

Im September 2017 eröffnete der erste Teil der neuen Dauerausstellung im ersten Obergeschoss des Westflügels. Präsentiert werden die Werke dort entlang der politischen Systeme in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Kunst der Jahre 1900-1918 mit dem Schwerpunkt Expressionismus und Werken von Munch, Marc oder Nolde; Kunst der Jahre 1919-1933 mit den Schwerpunkten Neue Sachlichkeit und Abstraktion und Werken von Kandinsky oder Lissitzky, Kunst der Jahre 1933-1945, darunter nicht unumstritten auch Werke, die von den Nazis offiziell anerkannt waren, etwa von Werner Peiner. So soll sich die Museums- und Sammlungsgeschichte der Moritzburg vermitteln und gezeigt werden, wie die Direktoren in den unterschiedlichen gesellschaftlichen Systemen das Haus prägten.

Blick in die Ausstellung ''Wege der Moderne. Kunst in Deutschland 1900–1945''.
Blick in die Ausstellung ''Wege der Moderne. Kunst in Deutschland 1900–1945'' Bildrechte: Marcus-Andreas Mohr

Kunst in der SBZ/DDR 1945 bis 1990

Im Februar 2018 eröffnete der zweite Teil der Präsentation mit der Kunst nach 1945. Rund 100 Werke der bildenden und angewandten Kunst werden nun auf 400 Quadratmetern im 1. und 2. Obergeschoss des Nordflügels zu sehen sein. Damit präsentiert sich dem Besucher die Dauerausstellung zur Moderne im 20. Jahrhundert, dem Sammlungsschwerpunkt des Landeskunstmuseums, seit dem Frühjahr auf einer zusammenhängenden Etage vom Talamt im Südflügel über den Hauptausstellungsraum im Westflügel bis in den Nordflügel der Moritzburg auf insgesamt etwa 1.600 Quadratmetern.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | artour | 11. Oktober 2018 | 22:05 Uhr