Einfach Danke sagen Unterwegs mit dem Lieder-Lieferdienst: Wie die MDR-Aktion ankommt

Rund 150 Auftritte absolvierten MDR-Musiker und Musikerinnen in den vergangenen drei Wochen auf Bestellung; im Pflegeheim, auf einer Leipziger Krebsstation, an Schulen im Vogtland oder ganz privat. Nicht nur die Zuhörer und Zuhörerinnen der Überraschungskonzerte finden, dass die aus der Corona-Not geborene Idee eine großartige Sache sei.

Vier MDR Musiker, Hornisten -- vor dem Pflegeheim in der Quedlinburger Taubenbreite 1
Danke sagen mit Musik: da Hornisten-Quartett beim Ständchen vor einem Quedlinburger Pflegeheim Bildrechte: MDR/Matthias Rohrschneider

Seit drei Wochen tourt der "MDR Lieder-Lieferdienst" jetzt bereits durch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Zu Gast waren Musiker des MDR-Sinfonieorchesters auch im Pflegeheim "Haus Linde" in Lengenfeld im Vogtland.

Der MDR-Lieder-Lieferdienst unterwegs
Dietmar Korth, Cello und Hartmut Preuß, Violine in Lengenfeld Bildrechte: MDR / Matthias Rohrschneider

Zum Konzert mit Dietmar Korth am Cello und Hartmut Preuß an der Violine versammelten sich rund 40 Zuhörer und Zuhörerinnen im Sonnenschein auf der Wiese vorm Pflegeheim, auf der Terasse oder dem Balkon. Verantwortlich für diesen Auftritt der besonderen Art war Geschäftsführer Olaf Schwarzenberger. Er fand, Bewohnerschaft und die Mitarbeitenden haben ein Danke verdient: Für die einen sollte das Ständchen Abwechslung bringen, einen Lichtblick in schwierigen Zeiten. Seiner Belegschaft wollte er Respekt zollen für die Arbeit und den Trost, den das Pflegepersonal den Seniorinnen und Senioren spendet.

150 Auftritte in Pflegeheim, Krankenhaus oder an der Tankstelle

Der MDR-Lieder-Lieferdienst unterwegs
Quartett an der Tankstelle Bildrechte: MDR / Matthias Rohrschneider

Rund 150 Auftritte absolvierte der "MDR-Lieder-Lieferdienst" in den vergangenen drei Wochen; auch in einem Chemnitzer Pflegeheim, auf einer Leipziger Krebsstation, an Schulen im Vogtland oder an einer Tankstelle in Lützen. Es gab Auftritte in Kitas, bei der Polizei und auch ganz privat. Wie beispielsweise letzten Montag in Leipzig. Günther Schneiderheinze wollte seinen 80. Geburtstag eigentlich an der Ostsee feiern. Mit Familie und Freunden. Corona-bedingt musste das ausfallen. So meldete sich seine Tochter Silke heimlich beim Lieder-Liefer-Dienst und bestellte ein Bläser-Quartett für den heimischen Garten: "Eine gelungene Überraschung", freute sich Günther Schneiderheinze über das ganz persönliche Geburtstagsständchen.

"Das müsste man eigentlich weitermachen"

Der MDR-Lieder-Lieferdienst unterwegs
Tanz im Freien Bildrechte: MDR / Matthias Rohrschneider

Nicht nur für die Zuhörerschaft – wie z.B. im Wohnheim für behinderte Menschen in Reichenbach – sind die rund 15-minütigen Auftritte etwas Erfreuliches gewesen – waren sie doch wie einer der Bewohner des Heims erzählt über Wochen wie von der Außenwelt abgeschnitten, konnten ihre Angehörigen nicht sehen.

Auch die Musiker und Musikerinen selbst sind von der Erfahrung und der Resonanz auf die MDR-Aktion begeistert. Sie finden, die aus der Corona-Not geborene Idee sei inzwischen eine Erfolgsgeschichte. Gut für alle, die Danke sagen wollen – gut für die Musizierende, die seit Wochen nicht in den Konzertsälen auftreten können. "Das müsste man eigentlich weitermachen. Auch ohne Corona", meint Gerd Fischer aus dem Bläser-Ensemble. "Kleine, besondere Konzerte: Auf Abstand, aber doch ganz nah."

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 16. Mai 2020 | 17:40 Uhr

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