FAQ Fragen und Antworten zur Lagerfeld-Ausstellung in Halle

Kunstmuseum Moritzburg
Modernes Museum in alter Burg Bildrechte: Das Erste

Wann startet die Ausstellung?

Die Ausstellung "Karl Lagerfeld. Fotografie" startet am 8. März 2020.


Was wird gezeigt?

Drei Menschen
Claudia Schiffer, gesehen von Karl Lagerfeld Bildrechte: Karl Lagerfeld

Rund 300 Werke will das Kunstmuseum Moritzburg nach Angaben von Direktor Thomas Bauer-Friedrich zeigen. Der Mode-Designer griff 1987 das erste Mal selbst zur Kamera, weil er mit den Aufnahmen seiner Kreationen nicht zufrieden war. Zur Retrospektive gehören Bilder mit dem Lagerfeld-Model Claudia Schiffer, aber auch seine Hommage an den Bauhaus-Meister Lyonel Feininger sowie Landschaftsaufnahmen. Eigentlich war geplant, dass der Modeschöpfer zur Eröffnung kommt, Karl Lagerfeld starb jedoch am 19. Februar 2019.


Wie lange werden die Werke im Kunstmuseum ausgestellt?

Die Ausstellung "Karl Lagerfeld. Fotografie" läuft bis zum 23. August.


Wer war Karl Lagerfeld?

Karl Lagerfeld
Modeschöpfer Karl Lagerfeld Bildrechte: Karl Lagerfeld

Karl Lagerfeld, 1933 in Hamburg geboren, war Modeschöpfer, Designer, Fotograf und Kostümbildner. Schwarze Sonnenbrille, schneeweißer Zopf und Vatermörderkragen waren seine Markenzeichen. Schon mit 14 Jahren ging er der Sohn einer wohlhabenden Familie aus Bad Bramstedt bei Hamburg nach Paris, nahm an einem Modewettbewerb teil und gewann. Damit nahm eine mehr als 50-jährige Karriere ihren Lauf, in der Lagerfeld Haute Couture für Chanel, Chloé und Fendi erfand. Nebenbei gründete er sein eigenes Modehaus. Er tue das, wovon er träume, sagte er mal. Eine Hotel-Suite aus Schokolade entwerfen, gehörte beispielsweise auch dazu.


Was kann ich (sonst noch) alles im Kunstmuseum Moritzburg sehen?

Die Dauerausstellung in der Moritzburg zeigt Kunst von 1900 bis 1918 mit dem Schwerpunkt Expressionismus, Kunst von 1919 bis 1933 mit dem Schwerpunkt Neue Sachlichkeit und Abstraktion sowie Kunst von 1933 bis 1945. Zu sehen sind Werke von Gustav Klimt, Wassily Kandinsky, Max Beckmann oder Otto Dix. Neben Werken, die die Nazis als "entartet" verfemten, zeigt das Museum ganz bewusst auch Werke, die in der NS-Zeit als "anerkannte Vertreter der Staatskunst" galten, wie zum Beispiel das Bild "Abendfriede" von Emil Nolde. Außerdem holten die Kuratoren Kunst aus der Nachkriegs- und DDR-Zeit aus dem Depot, die im Kapitel SBZ/DDR 1945 bis 1990 zu sehen ist.


Was macht das Kunstmuseum Moritzburg so besonders?

Kunstmuseum Moritzburg
Moderne Ausstellungsräume in der einstigen Burg - Blick in eine der letzten Sonderausstellungen "Comeback der Moderne" Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die spätgotische Moritzburg in Halle überdauerte Jahrhunderte. Das Kunstmuseum dort wurde 1885 gegründet. Mit der in den 1920er-Jahren gegründeten modernen Sammlung rückte das Haus in die erste Liga der deutschen Museen auf, erlitt aber durch die Nazi-Aktion "Entartete Kunst" große Verluste. Umso größer war die Freude, dass der private Sammler Hermann Gerlinger seine bedeutende "Brücke"-Sammlung 2001 als Leihgabe zur Verfügung stellte. 2017 zog er sie zurück. Das Museum machte aus der Not eine Tugend und konzentrierte sich auf die eigenen Bestände. Im Februar 2018 öffnete der zweite Teil der Dauerausstellung mit Kunst aus der DDR unter dem Titel "Wege der Moderne".

Der erste Teil zeigt Arbeiten aus den späten 40er- und den frühen 50er-Jahren, als hallesche Künstler wie Herbert Kitzel, Erwin Hahs oder Gustav Weidanz nach NS-Zeit und Krieg einen künstlerischen Neuanfang suchten. Präsentiert werden sozialistisch-realistische Positionen mit Werken von Künstlern, die versuchten, mit Kunst-Entwicklungen hinter dem Eisernen Vorhang in Kontakt zu bleiben oder Positionen der Moderne in Opposition zur offiziellen Kunstdoktrin weiterzuentwickeln. Werke von Werner Tübke, Wolfgang Mattheuer oder Willi Sitte sind so neben Arbeiten von Hermann Glöckner, Hans Ticha, Robert Rehfeld, A. R. Penck und Hartwig Ebersbach zu sehen. Mit Gemälden von Einar Schleef oder Eberhard Göschel führt die Präsentation schließlich bis in die Zeit kurz vor der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten 1990.

2008 wurden moderne Museumsräume in die alten Mauern integriert, so verwandelte sich die Moritzburg in ein Kunstmuseum mit 2.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Familien mit Kindern wird der Zugang zur Kunst mit Workshops und altersgemäßen Führungen erleichtert. Nach dem Besuch lädt das Moritzkunstcafé mit Freisitz im Innenhof zum Verweilen ein. Ende 2018 bis Anfang 2019 strömten besonders viele Besucher in die Moritzburg, mit einer Klimt-Schau hatte das Haus einen echten Coup gelandet.


Wo finde ich das Kunstmuseum Moritzburg?

Die Adresse lautet: Friedemann-Bach-Platz 5, 06108 Halle. Mit dem ÖPNV gut zu erreichen vom Hauptbahnhof mit der Straßenbahn Linie 7, Richtung Kröllwitz, bis Station Moritzburgring.

Servicetelefon: (+49 345) 2 12 59-40
Servicezeiten: Montag bis Freitag, 10 bis 16 Uhr


Wie hat das Kunstmuseum Moritzburg geöffnet?

Öffnungszeiten ab 8. März 2020

täglich außer Mittwoch, 10 bis 18 Uhr
an Feiertagen 10 bis 18 Uhr
24.12. und 31.12: geschlossen


Was kostet der Eintritt?

Hausticket ab 8. März 2020
12 Euro, ermäßigt 9 Euro
Das Ticket ermöglicht den Besuch des gesamten Museums mit allen Ausstellungsbereichen inkl. der Sonderausstellung "Karl Lagerfeld. Fotografie".

Dauerticket: 45 Euro, ermäßigt 40 Euro
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre Eintritt frei
Für Gruppen ab 10 Personen und zur "Blauen Stunde" ab 17 Uhr gelten die ermäßigten Eintrittspreise.
Museumskasse: (+49 345) 2 12 59-11