Corona-Shutdown Sachsen-Anhalt: Öffnung vieler Museen verzögert sich

Blick auf das Kloster Jerichow mit den Doppeltürmen der Stiftskirche und dem Schornstein der alten Ziegellei.
Das Kloster Jerichow Bildrechte: MDR/Laura-Antonia Janke

Der Museumsverband Sachsen-Anhalt hat Hoffnungen gedämpft, dass alle Museen ab dem 4. Mai unmittelbar wieder öffnen. Geschäftsführerin Susanne Kopp-Sievers sagte am Montag MDR KULTUR, sie erwarte vom Land Sachsen-Anhalt Verständnis, "dass nicht auf einen Schlag alle Museen geöffnet sind." Es gebe 235 Museen im Land, dafür würden 235 Lösungen benötigt. So könne es sein, dass kleine Häuser mit überschaubaren Räumen schneller wieder öffneten als die großen Publikumslieblinge. Kulturminister Robra hatte am Freitag angekündigt, dass Museen und Bibliotheken im Zuge der Lockerungen nach dem Corona-Shutdown voraussichtlich ab dem 4. Mai wieder öffnen dürfen.

Grund für die Verzögerungen ist laut Kopp-Sievers, dass die Museen zunächst die hygienischen Voraussetzungen für eine Öffnung schaffen müssen: "Sie müssen genauso wie Geschäfte und andere Einrichtungen, die für die Öffentlichkeit geöffnet werden, einen Hygiene- und Reinigungsplan aufstellen und ein Management von der Kasse bis hin zur Hausordnung. Das umfasst sehr viele Details."

Verband fordert finanzielle Hilfen vom Land

So müsse jedes Museum die Zahl der Personen ausrechnen, die sich gleichzeitig in den Räumen aufhalten dürften. Auch müssten die Häuser klären, wie sie eine täglich mehrmalige Reinigung finanzieren und ob es dafür überhaupt genügend Personal gebe. "Der Museumsverband arbeitet daher an einer sehr detaillierten Handreichung", so Kopp-Sievers.

Die Geschäftsführerin des Landesmuseumsverbands forderte vom Land finanzielle Hilfen für Museen, die besonders von Einnahme-Ausfällen betroffen sind. "Ganz klar ist, dass die Einnahme-Ströme nicht so laufen wie in der Vergangenheit und dass entsprechende finanzielle Defizite berücksichtigt werden beziehungsweise kompensiert werden."

Regionale Museen sind im Vorteil

Kopp-Sievers nannte als Beispiel das Industriemuseum Ferropolis, das in Trägerschaft der Stadt Gräfenhainichen ist. Auch das Museum Kloster Jerichow oder Schloss Wernigerode seien stark auf Einnahmen aus dem Tourismus angewiesen, der zur Zeit allerdings nicht stattfinde. "Da sind gerade Museen mit einem regionalen Angebot für die regionale Bevölkerung vor Ort eher im Vorteil als große Einrichtungen, die auf die Einnahmen angewiesen sind."

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 20. April 2020 | 08:40 Uhr

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