Große Dresdner Bühnen Coronavirus: Semperoper Dresden und Sächsische Staatstheater sagen Vorstellungen ab

Die Semperoper in Dresden auf dem Theaterplatz.
Die Semperoper bleibt in den nächsten Wochen geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Bildrechte: dpa

Alle Vorstellungen der Sächsischen Staatstheater - Staatsoper Dresden und Staatsschauspiel Dresden - werden zunächst bis zum 19. April abgesagt. Das teilten sie am Donnerstag mit. Auf ihrer Webseite begründen sie die Maßnahme mit dem Erlass der sächsischen Landesregierung zur Eindämmung des Coronavirus in Sachsen. Veranstaltungen an anderen Spielorten sowie Führungen und Begleitprogramme sind ebenfalls davon betroffen. Bereits erworbene Karten werden erstattet, heißt es in der Erklärung weiter.

Auch das Kulturministerium des Freistaates gab die Absage der Veranstaltungen der großen Dresdner Bühnen am Donnerstag bekannt, erklärte jedoch, dass die Museen derzeit nicht davon betroffen seien. Sie sollen allerdings besondere Hygienemaßnahmen ergreifen. Größere Veranstaltungen sollen in den Museen nicht stattfinden.

Leipziger Bühnen bleiben (noch) geöffnet

Opernhaus in Leipzig
Das Opernhaus in Leipzig Bildrechte: IMAGO

Die Stadt Leipzig sagt alle Veranstaltungen über 1.000 Teilnehmer ab, teilte Oberbürgermeister Burkhard Jung am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit. Zudem müssen Events ab 200 Personen beim Ordnungsamt gemeldet werden. Betroffen davon sind Kulturveranstaltungen, Gottesdienste, aber auch private Veranstaltungen. Die Stadt entscheide dann gemäß der Vorgaben vom Robert-Koch-Institut (RKI) über eine Erlaubnis. Eine explizite Schließung der Leipziger Bühnen wie der Oper oder des Schauspielhauses erwähnte Jung nicht. Auch die Bühnen haben bisher keine Veranstaltungen abgesagt.

Keine Veranstaltungen über 1.000 Besucher in Sachsen

In Sachsen sind seit Donnerstag alle Großveranstaltungen mit über 1.000 Besuchern gemäß des Erlasses des sächsischen Staatsministeriums für Soziales und gesellschaftlichen Zusammenhalt abzusagen.

Petra Köpping während Pressekonferenz.
Petra Köpping Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wir wollen die Ausbreitung des Virus verlangsamen, um Menschen vor Erkrankung zu schützen und das Gesundheitssystem vor einer Überlastung zu bewahren. Es ist eine schmerzliche Einschränkung, aber sie dient der öffentlichen Gesundheit.

Petra Köpping, Staatsministerin für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt

Bei Veranstaltungen unter 1.000 Teilnehmern seien die RKI-Kriterien zur Risikobewertung restriktiv anzuwenden. Veranstaltungen mit internationalen Gästen, vor allem, wenn diese aus SARS-CoV-Risikogebieten stammen, sollten abgesagt werden beziehungsweise ohne Gäste stattfinden. Auf Kulturveranstaltungen trifft dies auch zu, wenn Gäste aus stark betroffenen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg oder Bayern stammen. Mit den Maßnahmen soll die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden.

Sächsische Museen schließen auch

Wie das sächsische Kultur- und Tourismusministerium am Freitag in Dresden mitteilte, bleiben alle Museen in Trägerschaft des Freistaates bis einschließlich 19. April geschlossen. Somit sind auch die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden von den drastischen Maßnahmen betroffen. Die erst kürzlich wiedereröffnete Galerie Alte Meister ist vorerst nicht mehr zugänglich.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 12. März 2020 | 15:30 Uhr