Kunst gegen Hass und Gewalt Kunstaktion vor Synagoge in Halle

Aktion Bronzewölfe vor Synagoge Halle
Die agrressiven Wölfe sind angeleint - NOCH, betont der Künstler Rainer Opolka Bildrechte: MDR/Charlotte Witt

Der Brandenburger Künstler Rainer Opolka hat zwei Meter große Bronzewölfe mit Pistolen in der Hand in Halle aufgestellt. Ihr Platz ist gegenüber der Synagoge, auf die am 9. Oktober ein Anschlag verübt wurde. Die Kunstaktion wurde von Opolka und der Vorsitzenden des Fördervereins "Denkmal für die ermordeten Juden Europas", Lea Rosh, initiiert. Damit wolle man auf die besorgniserregende Zunahme rechtsradikaler Gewalt aufmerksam machen. Die Skulpturen zielen symbolisch auf den jüdischen Friedhof und die Synagoge in Halle.

Halle sei kein Einzelfall, so Opolka und Rosh. Es gebe hierzulande "tausende gewaltbereite Neonazis und eine AfD, die sich nach rechts radikalisiert".

Zwei Wölfe mit einer Pistole in der Hand, die, wenn man so möchte, sich symbolisch gegen die Juden richten. Und auf der anderen Seite habe ich zwei Wölfe, die haben Klappen vor den Augen, die sind ungeheuer aggressiv – und die sind noch an der Leine. Ich möchte auch ein Stück weit warnen.

Rainer Opolka, Künstler

Wanderausstellung: Wölfe im ganzen Land

Opolka hat nach eigenen Angaben in den vergangenen vier Jahren insgesamt 80 Wölfe in Bronze gegossen, die an 16 Orten in Deutschland aufgestellt worden seien. Sie waren unter anderem bereits in Chemnitz, Dresden, Potsdam und Berlin zu sehen.

Mir tun die Opfer unendlich leid. Und ich fühle auch mit der jüdischen Gemeinde bzw. mit den Juden in Deutschland, die ja zunehmend mehr bedroht werden und wirklich zum Teil nun um ihr Leben fürchten müssen. Ich möchte da schlicht und einfach Flagge zeigen und im Rahmen meiner Möglichkeiten aufklären.

Rainer Opolka, Künstler

Bei dem Anschlag in Halle am 9. Oktober hatte ein Mann zunächst die Synagoge der Stadt angegriffen. Nachdem er sich keinen Zugang verschaffen konnte, erschoss er vor dem Gotteshaus eine Passantin und kurz darauf einen Mann in einem Döner-Imbiss. Der Beschuldigte gestand die Tat und gab rechtsextremistische und antisemitische Motive an.

Aktion Bronzewölfe vor Synagoge Halle
Künstler Rainer Opolka und Lea Rosh vor den Bronzewölfen in Halle. Bildrechte: MDR/Charlotte Witt

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur kompakt | 15. Oktober 2019 | 07:30 Uhr