Kunst und Diskussionen Leipziger Festival "Revolutionale" verwandelt leere Schaufenster in Bühnen

Das Festival "Revolutionale" vom 5. bis 9. Oktober in Leipzig will in Anlehnung an die Friedliche Revolution einen Raum des Austauschs schaffen. Dazu verwandeln Kunstschaffende leere Schaufenster in einen Ort zum Innehalten, mit Werken von Carsten Busse, Gala Goebel und Anita Kriebel. Außerdem werden die Autoren Christian Fuchs und Bastian Berbner erwartet sowie die Schauspielerin Charlotte Puder. Im Mittelpunkt steht die Friedliche Revolution vor 30 Jahren.

Festival Revolutionale in Leipzig
Jede Menge Kunst im Schaufenster gibt es an diesem Wochenende in Leipzig zu sehen. Mit dabei ist auch Gesine Oltmanns (2. von rechts), Vorstand Stiftung Friedliche Revolution. Bildrechte: MDR/Felix Gebhardt

Die leeren Schaufenster des ehemaligen Karstadt-Kaufhauses in Leipzig werden ab heute zur Bühne. Im Rahmen des Festivals "Revolutionale " gibt es künstlerische Auseinandersetzungen mit brennenden Fragen unserer Zeit: "Wieviel bin ich wert?" oder "Was macht mir Angst?" Die Passanten in der Fußgängerzone bekommen Hörspiele, Kunstinstallationen und Theater-Performances geboten, die zum Stehenbleiben einladen. Im Mittelpunkt steht die Friedliche Revolution vor 30 Jahren.

Wir wollen aber nicht nur Erinnern, sondern auch aktuelle, politische Themen aufgreifen. Es geht darum, einen Raum zu schaffen, in dem man mit Gleichgesinnten auf einer entspannten Ebene sprechen kann.

Veranstalterin Sylvia Rohr

Man wolle angesichts erstarkender nationalistischer Bestrebungen in vielen Ländern, eine starke und offene Zivilgesellschaft schützen und weiter ausbauen. Gerade mit denen, die noch zaghaft sind, sich öffentlich zu äußern, möchte man ins Gespräch kommen.

Der offene Diskurs ist das Grundlegendste, was wir uns wünschen. Nur so können sich Haltungen und Meinungen verändern.

Gesine Oltmanns, Vorstand Stiftung Friedliche Revolution

Weitere Themen sind Klimawandel, Pressefreiheit, Korruption und Erinnerungskultur. Im Gebäude zeigen Künstlerinnen und Künstler, wie sie die heutige Welt sehen. Darunter sind Werke von Carsten Busse, Gala Goebel und Anita Kriebel. Schauspielerin Charlotte Puder wird im Stück "Der Wahlkampf" die Rolle von Politikerinnen und Politikern einnehmen. Außerdem werden die Autoren Christian Fuchs, Bastian Berbner und Greta Fuchs erwartet.

Höhepunkt des Festivals wird ein internationaler Runder Tisch von Menschenrechtlern sein. Delegierte aus 25 Ländern sollen am 7. und 8. Oktober im Gewandhaus zusammenkommen. Darunter sind Teilnehmer aus Russland, Bulgarien, Ungarn und der Türkei. Diskussionen soll es auch in der Universität Leipzig, im Museum der Runden Ecke und im Zeitgeschichtlichen Forum geben. In zwei Jahren sollen sich die Revolutionale-Teilnehmer wieder treffen, um Erfahrungen auszutauschen und nächste Schritte zu verabreden.

Festival Revolutionale in Leipzig
Das Festival möchte sich gegen den wachsenden Rechtspopulismus stark machen. Bildrechte: MDR/Felix Gebhardt

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kulturnachrichten | 04. Oktober 2019 | 14:30 Uhr

Abonnieren