Filmstart "The Rider" - Ein unverstellter Blick auf das Amerika von heute

Ein vielversprechender Rodeo-Reiter steht wegen eines schweren Unfalls vor dem Nichts. Der Film wagt einen ehrlichen Blick auf das heutige Amerika, auf das harte Leben in den Reservaten der Ureinwohner.

Brady Blackburn (Brady Jandreau), der junge, vielversprechende Rodeo-Reiter, steht nach einem schweren Unfall vor dem Nichts. Er darf nicht mehr auf sein Pferd steigen, seine Existenzgrundlage ist vernichtet. Doch Brady will sich nicht mit seinem Schicksal abfinden. Gegen den ärztlichen Rat zieht es ihn weiter zu den Pferden, mit denen ihn eine fast symbiotische Beziehung verbindet. Es fällt ihm unendlich schwer, die Begrenzung seiner Lebensmöglichkeiten akzeptieren.

Die chinesische Regisseurin Chloé Zhang, die in den USA studiert hat, wirft in ihrem großartigen Film einen ehrlichen Blick auf das heutige Amerika, auf das harte Leben in den Reservaten der Ureinwohner, wo sie ihre Geschichte drehte. Ihr fantastischer Hauptdarsteller stammt selbst von den Sioux-Lakota ab, sein Schicksal ähnelt dem der Filmfigur. Auch er musste eine schwere Verletzung überstehen, auch er trägt seither eine Metallplatte im Kopf.

Brady Jandreaus lakonischer, absolut natürlich wirkender Schauspielstil, aber auch die anderen nicht-professionellen Darsteller, darunter Bradys echte Familie, die soziale Genauigkeit, eindrucksvolle Bilder und eine menschliche, feinfühlige Inszenierung machen diesen Film zu einer großen Western-Erzählung über die Unbedingtheit wahrer Leidenschaft.

Genre: Drama
Regie: Chloé Zhao
Darsteller: Brady Jandreau, Tim Jandreau, Lilly Jandreau u.a.
Im deutschen Kino ab: 21.06.2018
Produktionsland: USA
Bewertung: ★ ★ ★ ★ ★ (5 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 21. Juni 2018 | 08:10 Uhr

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