Science-Fiction "Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers": seelenloses Finale der Saga

Knut Elstermann
Bildrechte: Jochen Saupe

Die berühmte Star-Wars-Saga sollte mit "Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers" ihren krönenden Abschluss erhalten. Verpflichtet wurde dafür Regisseur J. J. Abrams, der zuvor bei verschiedenen Filmen wie "Star Trek" gezeigt hat, dass er das Fantasy-Genre durchaus zu erneuern weiß. Doch hier scheint er sich übernommen zu haben. Unser Kritiker zeigt sich enttäuscht von den Sternenkriegern.

Wenn sich der Sternenstaub im ungeheuren Marketingwirbel dieses Films gelegt hat, werden sicher auch viele Fans nüchtern betrachtet eine Enttäuschung einräumen. Regisseur J.J. Abrams, ein großer Erneuerer des Fantasy-Genres, hatte mit "Das Erwachen der Macht" einen ganz wunderbaren siebenten Teil gedreht, in dem er sich einen erfrischenden, lebendigen Zugriff auf die Figuren erlaubte, indem er die Saga als Vorlage für schönes, packendes Erzählkino verstand und den Mythos umsichtig modernisierte.

Filmbilder aus "Star Wars: Episode Neun- Der Aufstieg Skywalkers"
Roboter der Star-Wars-Welt Bildrechte: IMAGO images / Cinema Publishers Collection

Doch selbst für diesen risikofreudigen Regisseur schien die Last des abschließenden, neunten Films, der die erfolgreichste Filmserie abschließt, zu groß gewesen zu sein. Von den ersten Minuten an offenbart "Der Aufstieg Skywalkers" seine Schwächen. Der Film kommt vor lauter, tosender Kraft nicht ins Laufen, wirkt erzählerisch konzeptlos, hölzern und arbeitet brav ab, was eben am Schluss noch zu erledigen ist – ein wenig originelles, nicht enden wollendes Film-Zitat. Da schließen sich dann einige Kreise, was Fans erfreuen wird.

Doch Daisy Ridley als Rey, letzte Jedi und letzte große Hoffnung im finalen Kampf, bleibt erstaunlich blass und formelhaft. Auch ihre Mitstreiter haben in diesem maßlos gehetzten "Star Wars" kaum Raum zum Atmen, zur Entfaltung. Ein emotionaler Zugang zu ihnen ist versperrt. Mit gigantischem Gedröhne und opernhaften Pomp wird der Mangel an Inspiration übertönt. "Black Panther" oder die "Avangers"-Filme haben gezeigt, welche Kühnheiten heute in dem Genre möglich sind. Doch ausgerechnet diesem letzten "Star-Wars"-Film fehlt nicht nur Fantasie und Mut, sondern leider auch die Seele.

Genre: Science-Fiction
Regie: J.J. Abrams
Besetzung: Daisy Ridley, Adam Driver, Oscar Isaac
Im deutschen Kino ab: 18.12.2019
Produktionsland: USA
Bewertung: ★ ★ ☆ ☆ ☆ (2 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 19. Dezember 2019 | 08:10 Uhr

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