Neu im Kino "Skin" – schonungslose Geschichte eines Nazi-Aussteigers

Knut Elstermann
Bildrechte: Jochen Saupe

Bryon Widner (gespielt von Jamie Bell) wächst in einer US-amerikanischen Nazitruppe von Hammerskins auf. Als er sich verliebt, wagt er den Ausstieg. Nun wird er selbst zur Zielscheibe. Unser Kritiker lobt die glaubhafte Darstellung.

Diese Geschichte ist im Grunde zu schön, um wahr zu sein, aber sie beruht wirklich auf gut recherchierten Fakten. Bryon Widner (mit verzweifelter Intensität von Jamie Bell gespielt) wächst in einer neofaschistischen, US-amerikanischen Gruppierung auf, den Hammerskins. Seine eigene Familie ist in dem braunen Sumpf tief verwurzelt und schreckt vor brutalen Gewalttaten nicht zurück. Er ist über und über mit scheußlichen Nazi-Symbolen tätowiert.

Skin, Film, Filmbild
Aufgrund seiner Liebe zu Julie will Bryon sein Leben ändern Bildrechte: 24 Bilder

Als er sich in Julie (Danielle Macdonald), Mutter von drei kleinen Mädchen, verliebt, beginnt die im doppelten Sinne schmerzhafte Ablösung. Bedroht von den alten Kumpanen entfernt sich Bryon für immer aus dem alten Milieu. Unterstützt wird er dabei von einem afro-amerikanischen Sozialarbeiter und heutigem guten Freund. Widner entfernt zugleich die Zeichen auf seiner Haut, was sich über Monate hinzieht, doch so wird er buchstäblich wieder sichtbar.

Der Film des israelischen Regisseurs Guy Nattiv zeigt sehr glaubhaft, dass ein solcher Wandel möglich ist, auch wenn er einen hohen Preis und viel Mut erfordert. Und dass jeder Mensch das Recht auf eine zweite Chance hat.

Skin, Film, Filmbild
Bryon Widner ist auffällig tätowiert – diese Tattoos will er wieder loswerden Bildrechte: 24 Bilder
Genre: Drama
Regie: Guy Nattiv
Darsteller: Jamie Bell, Danielle Macdonald, Vera Farmiga
Im deutschen Kino ab: 03.10.2019
Produktionsland: USA
Bewertung: ★★★★☆ (4 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Filmstarts der Woche mit Knut Elstermann | 03. Oktober 2019 | 08:10 Uhr

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