Filmstart Doku über den visionären Choreografen Merce Cunningham kommt ins Kino

Knut Elstermann
Bildrechte: Jochen Saupe

Merce Cunningham war schon zu Lebzeiten eine Ikone und arbeitete mit Künstlern wie John Cage, Andy Warhol und Radiohead zusammen. Für die Dokumentation haben die letzten Mitglieder seiner Company einige seiner klassischen Stücke an ungewöhnlichen Orten getanzt. Eine Filmkritik.

Er war einer der großen Erneuerer des Tanzes, eine Ikone schon zu Lebzeiten: Der revolutionäre Merce Cunningham, der sich selbst nie als Avantgardist sah, schuf noch immer faszinierende Choreografien. Er arbeitete mit Künstlern wie John Cage und Robert Rauschenberg zusammen, erweiterte mit ihnen die Ausdrucksformen des Tanzes, mit fortdauernder Wirkung.

Regisseurin Allan Kovgan interessiert sich in ihrem sehenswerten Porträt besonders für die frühen Jahre, als Cunningham noch heftig angefeindet wurde. Sie zeichnet sensibel den Wandel in seinem Leben nach, auch die Zweifel und Enttäuschungen, die gescheiterten, utopischen Ansätze eines gemeinsamen Lebens und Arbeitens der Truppe. Die letzten Mitglieder seiner Company tanzen für den Film einige seiner klassischen Stücke, an ungewöhnlichen Orten, so wie er es liebte.

Alla Kovgan hat es geschafft, einen sinnlichen Film über den 2009 gestorbenen Künstler zu drehen, dessen wunderbare 3D-Bilder selbst etwas Tänzerisches haben. Sie machen für uns die Bewegungen der Tänzer im Raum, das harmonische Zusammenwirken, das dialogische Tanzen erfahrbar, das für Cunningham so lebensprägend war.

Genre: Dokumentation
Regie: Alla Kovgan
Darsteller: Merce Cunningham
Im deutschen Kino ab: 19.12.2019
Produktionsland: Deutschland, Frankreich, USA
Bewertung: ★ ★ ★ ★ ☆ (4 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 19. Dezember 2019 | 08:10 Uhr

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