Filmstart Satire über Selbstoptimierung: "All I never wanted"

Knut Elstermann
Bildrechte: Jochen Saupe

Hier geht es um einen Film im Film: Zwei Regisseurinnen (Annika Blendl und Leonie Stade, die auch vor der Kamera zu sehen sind) begleiten ein Model und eine Schauspielerin, die unbedingt Erfolg haben wollen. Dabei kommen allerhand existenzielle Fragen ins Spiel. Eine Kritik.

In dem Regiedebüt von Annika Blendl und Leonie Stade sind die beiden Filmemacherinnen selbst zu sehen – als Schöpferinnen ihres eigenen Werkes. Film im Film also, hier aber mehr als ein reizvolles Spiel. Denn die beiden beobachten ihre beiden Heldinnen in existentiellen Situationen, um darüber einen Film zu machen. Während die junge Nina (Lida Freudenreich) für eine Modell-Laufbahn in Mailand ihr Abitur sausen lässt, ist die über 40-jährige Schauspielerin Mareile (Mareile Blendl) nach langer Serienarbeit an einem Tiefpunkt angelangt und versucht am Theater Fuß zu fassen.

Dort muss der einstige TV-Star durch viele Demütigungen gehen. Zwang zur ständigen Selbstdarstellung und Selbstoptimierung, Kompromisse und Auslieferung: In diesen schwierigen Momenten filmen die Regisseurinnen ihre Protagonistinnen und werden so selbst zu Handelnden, die eine Verantwortung für das Geschehen tragen, denn sie wollen den Film so unbedingt wie ihre Heldinnen den Erfolg. Vom hohen Preis, der dafür zu zahlen ist, handelt diese rundum gelungene Film-Satire.

Genre: Drama, Dokumentation, Komödie
Regie: Annika Blendl, Leonie Stade
Darsteller: Leonie Stade, Annika Blendl, Lida Freudenreich u.a.
Im deutschen Kino ab: 12.12.2019
Produktionsland: Deutschland
Bewertung: ★ ★ ★ ★ ☆ (4 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Filme der Woche | 12. Dezember 2019 | 07:40 Uhr

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