Empfehlungen Die besten Filme und Serien in den Mediatheken

Gute Filme und Serien bieten nicht nur Netflix, Amazon und Co. – auch die Mediatheken von ARD, Arte und dem ZDF sind voll von spannenden Inhalten. Wir haben für Sie Tipps für besondere Filme und Serien zusammengestellt, die Sie kostenlos anschauen können. Zum Beispiel: Die aktuelle Corona-Serie "Drinnen", die Siegfried-Lenz-Verfilmung "Der Überläufer", verschiedene Folgen des "Tatorts" oder französische Filme wie "Die schöne Querulantin" mit Emanuelle Béart und Michel Piccoli.

Zwei Personen schauen auf einem Tablet die ARD Mediathek an.
Bietet spannende Inhalte: die ARD Mediathek. Bildrechte: SWR/Dennis Weissmante

Serie: "The Killing" mit Kommissarin Lund

Sofie Grabol als Kommissarin Lund
Sofie Gråbøl als Kommissarin Lund: verbohrt in den Mordfall Bildrechte: imago images/Mary Evans

Eine 19-Jährige wird vermisst, dann wird die Leiche der jungen Frau in einem im Fluss versenkten Auto gefunden, es stellt sich heraus, dass sie vor ihrem Tod vergewaltigt und misshandelt wurde.

Kommissarin Lund beginnt zu ermitteln, dabei hat sie eigentlich ihren letzten Tag bei der Mordkommission in Kopenhagen und will mit ihrem Sohn zu ihrem Lebensgefährten nach Schweden zu ziehen. Doch der Fall wird für sie zur Obsession. Sofie Gråbøl spielt die störrische Kommissarin geradezu manisch. Die Serie, deren 20 Episoden je einen Tag der Mordermittlungen aufrollen, entfaltet ein akribisches Porträt der Polizeiarbeit. Auch beeindruckend, wie die Trauer die Familie des Opfers verändert. Die extrem spannende und psychologisch raffinierte Serie setzte Maßstäbe.

Arte hat die komplette Serie mit allen drei Staffeln in der Mediathek. Achtung: Trotz des englischen Titels, unter dem Arte die Krimiserie ausstrahlt, handelt es sich nicht um das US-Remake der dänischen Krimiserie, sondern um das Original, das 2007 an den Start ging und in Deutschland unter dem Titel "Kommissarin Lund - Das Verbrechen" im Fernsehen lief.


Doku: Itzhak Perlman - Ein Leben für die Musik

Itzhak Perlman
Geiger und Dirigent: Itzhak Perlman Bildrechte: dpa

Jeder kennt das grandiose, gefühlvolle Spiel von Itzhak Perlman, spätestens seit er für "Schindlers Liste" die ergreifende Musik von John Williams einspielte. Der große Geiger Itzhak Perlman, als Sohn polnischer Juden in Israel geboren, erkrankte als Kind an Polio, seither kann er nur sitzend spielen. Von vielen wurde er damals aufgegeben. Es war die Musik, die ihm Kraft und Mut für eine einzigartige Laufbahn schenkte. Heute ist er einer der wichtigsten Violinisten unserer Zeit.

Davon erzählt dieser schöne, mitreißende Film von Alison Chernick, die den Virtuosen, den begnadeten Lehrer, den herzlichen Menschen Perlman intim und liebevoll porträtiert - und auch nicht die ganz alltäglichen Schwierigkeiten eines Lebens mit Behinderung verschweigt. Gerade bei den Szenen mit seiner geliebten, humorvollen Frau Toby glaubt man manchmal einen schwungvollen, unterhaltsamen Spielfilm über diesen einzigartigen Musiker zu sehen.

Mehr Informationen Die Doku ist bis 27. Juli in der ARTE-Mediathek abrufbar.


Doku-Reihe: "Böse Bauten"

Gerade stürzen bei den Protesten gegen Rassismus nicht nur in den USA umstrittene Denkmäler der Vergangenheit. Auch in Deutschland kennen wir die Schwierigkeiten mit einem unbequemen Erbe. Die Bauten der Nazis, Ausdruck ihrer totalitären Ideologie, sollten nach dem Krieg möglichst verschwinden, doch einiges blieb und fordert einen kritischen Umgang heraus. Die ZDF-Serie "Böse Bauten" sucht mit archäologischer Genauigkeit nach den architektonischen Spuren, unter anderem in Berlin, Weimar, München und Nürnberg, fragt nach Funktion und den Formen der Nazi-Ästhetik und ihrer Aufarbeitung.

Kathrin Beck und der Redakteur Werner von Bergen wurden für diese hervorragend recherchierte Serie mit dem "Deutschen Preis für Denkmalschutz" ausgezeichnet. Es ist eine eindrucksvolle Reise durch Deutschland auf der Suche nach den fragwürdigen baulichen Hinterlassenschaften, die hier auch visuell sehr genau erfasst werden im städtischen Raum und in den natürlichen Landschaften, in denen sie stehen, meint MDR KULTUR-Filmkritiker Knut Elstermann.

Mehr Informationen Die Teile 2 bis 6 der Dokumentationsreihe "Böse Bauten" sind in der ZDF-Mediathek abrufbar.


Doku: "Die Verwandlung"

Filmstill "Die Verwandlung"
Der Schauspieler Alexander Scheer erzählt von seiner Arbeit. Bildrechte: MDR/NDR/TAG/TRAUM Filmproduktion/Michael Harder

Ein schmaler Grad verläuft zwischen den Darstellern und ihren Rollen, die nicht jeder im Publikum so klar ziehen kann. Die Dokumentation "Die Verwandlung" will hinter die Masken schauen und fragt, wie diese Menschen zu den Figuren werden. Michael Harder hat dafür mit zahlreichen deutschen Filmschauspielern und -schauspielerinnen über ihre Wünsche und ihre Arbeit gesprochen, wie sie sich den Rollen nähern und wie sie wieder Abstand gewinnen. Das alles schneidet der Filmemacher ineinander, sodass es ein großes Gespräch entsteht, dass sich nicht mehr um die einzelnen Künstler dreht, sondern um den Beruf selbst.

Mehr zu "Die Verwandlung" Die Doku ist bis 3.8. in der ARD-Mediathek abrufbar.


Film: "Babettes Fest"

Filmszene aus "Babettes Fest", DK 1987
Filmszene aus "Babettes Fest", DK 1987 Bildrechte: imago/United Archives

"Babettes Fest" zählt mittlerweile schon als Kinoklassiker. Er räumte 1987 alles an Preisen ab und erhielt 1988 den Oscar. Es ist der perfekte Film nach einer Zeit, in der Genuss zu kurz gekommen ist - jetzt, wo wir während der Krise langsam in ein normaleres Leben zurückkehren.

Der Film basiert auf einer Erzählung von Tania Blixen und spielt auf Jütland in einer puritanischen Gemeinschaft, die jeden Luxus ablehnt. Hier strandet Babette, sie passt sich an das karge Leben an, doch die Gesichtszüge von Schauspielerin Stéphane Audran zeigen deutlich, das sie vieles als Zumutung empfindet. Schließlich will sie selber ein Festmahl ausrichten …

Unsere Kritikerin Simone Reber fast zusammen: "Ein kluger, zarter und auch komischer Film über das, was wichtig ist im Leben und das, was unwichtig ist."

Mehr zu den Filmen "Babettes Fest" und "Ein amerikanischer Held"


Tatort: "Lass den Mond am Himmel stehn"

Batic und Leitmayr gehören zu meinen liebsten Tatort-Ermittlern, nicht nur weil sie während der letzten Jahrzehnte vor unseren Augen in Würde gealtert sind oder weil die Chemie zwischen ihnen spürbar stimmt. Mich berührt vor allem ihre aufrichtige, sich nie nach vorn drängende Menschlichkeit, ihre innere Anteilnahme an den Fällen.

Die Kriminalhauptkommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) mit Kollegen (Komparsen) betrachten den Fundort von Emils Fahrrad im Wald, in der Nähe eines Parkplatzes.
Die Kriminalhauptkommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) betrachten den Fundort von Emils Fahrrad im Wald. Bildrechte: BR/Bavaria Fiction GmbH/Hendrik Heiden

Das ist bei dem neuen Tatort "Lass den Mond am Himmel stehn" besonders bitter und für jeden nachvollziehbar. Ein 13-jähriger Schüler verschwindet und wird später erschlagen aufgefunden, die raren Spuren führen merkwürdigerweise zu einem anonymen Sex-Treffpunkt auf einem Parkplatz.

Zum Ereignis wird dieser feinfühlig inszenierte, herausragende Tatort (Regie: Christopher Schier) durch das eindringliche Spiel von Laura Tonke als trauernde Mutter, ein einziger, stummer Aufschrei der Verzweiflung und der Trauer. Aber auch alle anderen Darsteller wie Hans Löw und Lenn Kudrjawizki machen das Undenkbare und Unaussprechliche intensiv sichtbar, so MDR KULTUR-Filmkritiker Knut Elstermann.


Film: "Die schöne Querulantin"

Michel Piccoli, der 70 Jahre im Kino und auf dem Theater spielte, einer der großen europäischen Mimen, ist am 12. Mai 2020 gestorben. Eine seiner großen Rollen spielte der gebürtige Pariser bei Jacques Rivette in "Die schöne Querulantin" von 1991 – eine Meditation über die Kunst.

Der alternde Maler Edouard Frenhofer hat die Lust am Malen und das Interesse an seiner Frau Liz verloren. Ein befreundetes Paar findet bei einem Besuch das unvollendete Porträt, dass der Künstler von seiner Frau anfertigen wollte. So entsteht die Idee, dass Marianne nackt Modell stehen soll. Das Gemälde wird zwar fertig, doch nur der Künstler und sein Modell werden es je sehen. In dieser Verweigerung wird der schöpferische Prozess in all seinen Dimensionen diskutiert. Es geht um das Bild, um das Abbilden, um Wahrheit und das Geheimnisvolle, das sich in all dem verbirgt. Der Film wurde zunächst in einer zweistündigen Schnittversion gezeigt, doch erst für die fast vierstündige Fassung erhielt Jacques Rivette den Grand Prix in Cannes.

Doku: "Das letzte Finale der DDR - Zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung"

Meisterfeier Dynamo Dresden v.li.: Matthias Sammer, Torsten Gütschow und Ulf Kirsten
Spieler von Dynamo Dresden feiern den letzten Meistertitel der DDR. Bildrechte: imago/Dehlis

Mit dem Fall der Mauer begann eine Zeit des Umbruchs für die Gesellschaft in der DDR, die manchmal fast an Anarchie erinnerte. Die Menschen hofften auf die Zukunft und fürchteten sie gleichzeitig. Auch der Fußball blieb davon nicht ausgenommen. 1990 wurde das letzte Mal um die Meisterschaft in der DDR gekämpft, während der Deutsche Fußball-Verband zu einem Teil des Deutschen Fußballbundes wurde.

Am Ende konnte Rekordmeister Dynamo Dresden den Titel verteidigen. Die Dokumentation "Das letzte Finale der DDR" zeichnet die letzten Wochen des DDR-Fußballs nach, die bereits von Wehmut geprägt sind: Die Zuschauer bleiben weg und die Spieler werden abgeworben. Ein Stimmungsbild mit zahlreichen Zeitzeugen aus Ost und West.


Polit-Doku: "Waldheims Walzer"

Filmszene aus dem Film "Waldheims Walzer".
Bildrechte: Salzgeber & Co. Medien GmbH

Vor zwei Jahren war Ruth Beckermann, eine der wichtigsten Regisseurinnen Österreichs, beim Leipziger Dokfilmfestival in der Jury. Dazu gab es eine eindrucksvolle Retrospektive ihrer Arbeiten, darunter auch ihr jüngstes Werk: "Waldheims Walzer" von 2018. Dafür erhielt sie den Berlinale-Dokumentarfilmpreis und den Östereichischen Filmpreis.

Kurt Waldheim, der frühere UN-Generalsekretär, löste mit seiner Kandidatur zum österreichischen Bundespräsidenten 1986 ein Erdbeben aus. Als bekannt wurde, dass er seinen Lebenslauf in der Nazi-Zeit beschönigt hatte, verfielen viele seiner Landsleute in einen erschreckenden Trotz und verteidigten, was nicht zu verteidigen war. Ruth Beckermann war damals unter den Protestierenden gegen Waldheim. In ihrem großartigen Dokumentarfilm schaut sie auf jene Jahre und die Folgen zurück. Ihr Film ist beklemmend nicht nur wegen der damaligen politischen Unverfrorenheit, sondern auch weil dieser gruselige Walzer wieder getanzt wird, meint MDR KULTUR-Filmkritiker Knut Elstermann


Doku: "Fassbinder - Leben und Wirken des Filmemachers"

Rainer Werner Fassbinder
Rainer Werner Fassbinder Bildrechte: dpa

Am 31. Mai wäre Rainer Werner Fassbinder 75 Jahre alt geworden, das originäre Filmgenie der alten Bundesrepublik, deren unerbittlicher Chronist er geworden ist. Sein Einfluss ist noch immer spürbar, obwohl eine solche provokative Eruption von Kreativität, ein solcher filmischer Schaffensrausch heute schlichtweg undenkbar scheint. Annekatrin Hendel war schon in der DDR fasziniert von diesem anti-bürgerlichen Filmrevolutionär. Ihr Dokumentarfilm "Fassbinder" von 2015 ist sehr sehenswert, urteilt MDR KULTUR-Filmkritiker Knut Elstermann.

Die Doku bietet einen hervorragenden Einstieg in das kurze Leben und das reiche Werk des Regisseurs, sucht in den Filmen nach den biografischen Spuren und vereint in einer eleganten Montage (Schnitt: Jörg Hauschild) Aussagen der wichtigen Wegbegleiter. Fassbinders Filme erscheinen hier ganz klar, wie er es selbst ausgedrückt hat, als sein Leben. Man bekommt nach der anregenden und sehr persönlichen Erkundung sofort Lust, sich durch dieses ungeheure Lebenswerk von 44 Filmen zu arbeiten, so Elstermann.


Film: "Das freiwillige Jahr"

Zwei Jugendliche schauen sich tief in die Augen.
Szene aus "Das freiwillige Jahr" Bildrechte: WDR/ARD/dpa

In diesem gemeinsam inszenierten Film erzählen Henner Winckler und Ulrich Köhler, zwei der wichtigsten Regisseure der "Berliner Schule", von dem Provinzarzt Urs, hervorragend von Sebastian Rudolph gespielt. Er fährt seine Tochter Jette zum Flugplatz, sie soll nach dem Abi zu einem freiwilligen sozialen Jahr nach Costa Rica fliegen. Doch das frisch verliebte Mädchen verweigert sich dem Wunsch des Vaters, fliegt heimlich doch nicht und versteckt sich tagelang.

Mit feinem Humor und genauem Gespür für die sehr gegensätzlichen Gefühlslagen der Figuren schildert der Film die sich steigernden Eskalationsstufen des immer rasender werdenden, überforderten Vaters und die zögerliche Emanzipation der Tochter (sehr sensibel: Maj-Britt Klenke), die nicht mehr bereit ist, die unerfüllten Träume anderer zu leben. "Das freiwillige Jahr" schildert klug und sehr treffend die drückende Übermacht von elterlichen Wunschprojektionen auf die Kinder.

"Das freiwillige Jahr" gehört zu den interessantesten, jüngeren deutschen Produktionen und wurde im Kino und bei Preisverleihungen nicht mit genug Aufmerksamkeit bedacht, findet unser Kritiker Knut Elstermann.


Doku: "Darkness Forever - Wie Goth unsterblich wurde"

Goth mit Fächer
Szene aus der Doku "Darkness forever" Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Schwarze Szene ist in Wahrheit bunt. Der Gothic-Boom zu Beginn der 2000er-Jahre führte zur Öffnung für den Mainstream – und half der Szene so zur Verjüngung. Neue Spielarten von Goth entstanden: Cybergoths, Steampunks, Mittelalterfans, Vampire, Neoromantiker … Immer wieder stellt sich dabei die Frage: Ist Goth noch Subkultur oder schon Maskenball? Künstler wie Bruno Kramm (Das Ich) oder Bands wie Corvus Corax erzählen in dem Film, wie sie den Wandel der Schwarzen Szene erlebt haben.


Serie "Drinnen – Im Internet sind alle gleich"

Lavinia Wilson als Charlotte
Lavinia Wilson als Charlotte Bildrechte: ZDF

Sehr schnell reagierte ZDF-Neo auf die irren Zeiten. In der Serie "Drinnen – Im Internet sind alle gleich", bestehend aus 15 kurzen, aber sehr intensiven Filmen von Lutz Heineking Jr. , erleben wir die Werbefachfrau Charlotte, die wegen der Corona-Pandemie ihren Alltag, Beruf, Familie, Eltern vom Laptop aus managen muss. Die Rolle wird mit hinreißend-komischer Verzweiflung von Lavinia Wilson gespielt, findet MDR KULTUR-Filmkritiker Knut Elstermann. Das heißt, wir sehen Lavinia Wilson auf dem Screen, zugeschaltet werden alle anderen Figuren, ebenfalls wunderbar natürlich, teilweise improvisierend gespielt, zum Beispiel von Victoria Trauttmansdorff als Mutter oder von Barnaby Metschurat, auch im wirklichen Leben der Partner von Lavinia Wilson.

Überhaupt ragt das wirkliche Leben immer wieder in die Folgen hinein, so sehen wir immer einen realen Ausschnitt der Wohnung des Paares. Filmkritiker Elstermann findet: "Sehr witzig spielt die Serie mit dem Gegensatz von unbegrenzten digitalen Kommunikationsformen und persönlichem Eingesperrtsein, von innerer Beschleunigung und äußerem Stillstand und geht noch viel weiter. Im Zurückgeworfensein auf sich selbst stellt sich Charlotte ernsthafte Sinnfragen, auf die sie sonst vielleicht nicht gekommen wäre."

Mehr zu "Drinnen – Im Internet sind alle gleich" Die Serie ist bis zum 20. Oktober 2020 in der ZDF-Mediathek abrufbar.


Die Serie "Warten auf'n Bus"

Eine Bushaltestelle tief in Brandenburg. Zwei Männer warten auf‘n Bus und reden über ihr Leben. Offen, ehrlich. Die Themen sind vielfältig, die Dialoge direkt aus der brandenburgischen Seele
Die Serie "Warten auf'n Bus" Bildrechte: rbb/Frédéric Batier

Irgendwo in Brandenburg sitzen zwei Männer an einer Bushaltestelle und warten: Der Endvierziger Hannes (Ronald Zehrfeld) und sein etwa gleichaltriger Freund Ralle (Felix Kramer). Beide sind Invaliden und können nicht mehr arbeiten. Während sie an der Haltestelle sitzen, reden sie über ihr Leben, ihre Erinnerungen, ihre Probleme, Gott und die Welt. Manchmal gesellt sich Busfahrerin Kathrin (Jördis Triebel) zu ihnen, ihre einzige Schnittstelle zur großen weiten Welt, oder andere Menschen, die dort ein- und aussteigen.


Filme vergangener Festspiele von Cannes

Filmszene: "Meine Nacht bei Maud" mit Eric Rohmer Françoise Fabian (Maud) und Jean-Louis Trintignant (Jean-Louis), 1969
Szene aus "Meine Nacht bei Maud" Bildrechte: imago images / United Archives

In der Corona-Krise finden auch die Filmfestspiele von Cannes nicht in gewohnter Weise statt. Doch die Arte-Mediathek bietet jetzt Filme, die zuletzt beim Festival gefeiert oder mit einen Goldenen Palme ausgezeichnet wurden. Dazu gehört etwa das Familiendrama "Höhere Gewalt" des schwedischen Regisseurs Ruben Östlund, in dem eine Familie im Skiurlaub schreckliche Erfahrungen macht und daran beinahe zerbricht. Ebenfalls dabei: Filme aus dem Zyklus "Sechs moralische Erzählungen" von Éric Rohmer aus den 60er- und 70er-Jahren, etwa "Die Sammlerin" oder "Meine Nacht bei Maud".


Kultfilme von Éric Rohmer: "Claires Knie"

Claires Knie
Irrungen und Wirrungen von Liebe und Kust in "Claires Knie" Bildrechte: imago/United Archives

Von den Irrungen und Wirrungen der Liebe und Lust zu erzählen, mit leichter Hand und doch tief schürfend, diese Kunst beherrschte Éric Rohmer. Beispielsweise zu bestaunen in "Claires Knie": Kurz vor seiner Hochzeit verbringt der 35-jährige Diplomat Jérôme (Jean-Claude Brialy) die Ferien in den französischen Alpen, am See von Annecy. Dort trifft er nicht nur auf seine ehemalige Geliebte, die Schriftstellerin Aurora (Aurora Cornu), sondern macht auch Bekanntschaft mit zwei jugendlichen Halbschwestern. Eine der beiden sieht er auf einer Leiter stehend beim Kirschenpflücken, sein Verlangen entbrennt beim Blick auf "Claires Knie" ...

50 Jahre alt und sehr lebendig wirkt dieser Film von Éric Rohmer, findet Kritiker Hartwig Tegeler: "Ein Film über die Liebe und das Begehren und den Diskurs über beide." In "Claires" Knie entspinne sich "ein Reigen zwischen alten und neuen Bekannten und Liebhabern oder noch nicht Geliebten oder schon Geliebten." Am Ende erscheine die Hauptfigur als ein Mann, der weniger von seinen Gefühlen getrieben werde, als davon, über sie reden zu können. "Claires Knie" war der fünfte Teil in Rohmers "Moralischen Erzählungen". Zu diesem ersten Zyklus gehört auch "Meine Nacht bei Maud" mit Jean-Louis Trintignant, Publikumsliebling und erfolgreichster Film, sowie "Die Sammlerin". Alle drei zeigen sie die Kunst des französischen Altmeisters, "seine Figuren nicht zu denunzieren, sondern zu beobachten beim meist vergeblichen Versuch, ihr Glück zu finden". Zu sehen sind diese drei Filme bis in den Herbst in der Arte-Mediathek.

Eric Rohmers Filme in der Arte-Mediathek "Claires Knie", "Meine Nacht bei Maud, bis 12.10.2020; "Die Sammlerin" bis 16.10.2020 in der Arte-Mediathek!


unicato Kurzfilm-Magazin

unicato bleibt Zuhause - die Filmszene in Quarantäne

Auch unicato hält sich an die Vorschriften zur Eindämmung von COVID-19 und bleibt Zuhause. Zu sehen sind deshalb Kurzfilme, die sich mit den verschiedenen Facetten der aktuellen Ausgeh- und Kontaktbeschränkungen der Bevölkerung auseinandersetzen und oft auch innerhalb der eigenen vier Wände spielen. Doch in einer beängstigenden Zeit und situationsbedingter Isolation nimmt der Eskapismus durch Kunst einen neuen Stellenwert ein. Wird die Gesellschaft nach Corona anders auf ihre Künstler blicken?

Zum ersten Mal wurde die Sendung - coronabedingt - komplett digital produziert: Um Fragen zu beantworten, trifft unicato-Moderator Markus Kavka seine Gäste deshalb via Video-Chat: Jenni Zylka, Popkultur-Journalistin, Berlinale-Vorsichterin und Grimme-Preis-Jurorin aus Berlin, Schauspieler, Musiker und Filmemacher Robert Gwisdek alias Käptn Peng, den Gründer der Werkleitz Gesellschaft Peter Zorn und Regiestudent Jannis Alexander Kiefer von der Filmuniversität Babelsberg.

Geschichtsdoku: "Berlin 1945 – Tagebuch einer Großstadt"

Amerikanische Soldaten 1945 in Berlin
Der Film "Berlin 1945" arbeitet mit viel originalem Bildmaterial. Bildrechte: rbb/Gamma Rapho Keystone_Eugène KAMMERMAN

Der Krieg kehrt dahin zurück, von wo er seinen Ausgang genommen hatte, in die Hauptstadt des Nazi-Reiches, nach Berlin. In seiner beeindruckenden, zweiteiligen Dokumentation "Berlin 1945 – Tagebuch einer Großstadt" zeichnet Regisseur Volker Heise die Monate vor und nach der Befreiung der Stadt nach. Er stützt sich dabei nicht auf Zeitzeugen, die aus der Vergangenheit auf das Geschehen blicken, sondern auf Tagebücher und Briefe, also aus Zeugnisse, die unmittelbar und unverstellt in diesen Tagen entstanden. So kommen in einer brillanten Montage des dokumentarischen Materials die Täter, Mitläufer und Opfer zu Wort, die einfachen Leute auf der Straße und die Befehlshaber. Es ist ein vielstimmiges Konzert der Haltungen und Perspektiven, in dem sich das Grauen und die Hoffnungen mischen, in dem die Zeitenwende in der zerstörten Stadt im alltäglichen Erleben und in der Weltpolitik zugleich sichtbar wird.

Mehr zu "Berlin 1945" Der Zweiteiler ist bis zum 2. August 2020 in der arte-Mediathek abrufbar.


Sandra Hüller als "Hamlet"

Ulvi Teke als Guildenstern, Sandra Hüller als Hamlet und Konstantin Bühler als Rosencrantz in der Inszenierung des Schauspielhauses Bochum.
Ulvi Teke als Guildenstern, Sandra Hüller als Hamlet und Konstantin Bühler als Rosencrantz in der Inszenierung des Schauspielhauses Bochum Bildrechte: ZDF/Jana Kay

Das Berliner Theatertreffen, die Leistungsschau der besten deutschen Theater, konnte immer schon auch auf 3Sat verfolgt werden. Jetzt findet es ausschließlich im Fernsehen statt. Darunter auch die gefeierte Inszenierung "Hamlet" vom Schauspielhaus Bochum in der Regie von Johan Simons. Als Hamlet ist die in Suhl geborene Sandra Hüller zu sehen, seit 2018 Ensemblemitglied in Bochum. Sandra Hüller ("Requiem", "Toni Erdmann") ist eine der wichtigsten Darstellerinnen ihrer Generation, mit ihrer unverwechselbaren Mischung aus schauspielerischer Intelligenz und explosiver Energie macht sie diesen weiblichen Hamlet zum unvergesslichen Ereignis. Sie steht damit übrigens in einer wenig bekannten Tradition. Auch Stummfilmstar Asta Nielsen spielte 1921 den Hamlet als Frau.

Mehr Infos zur Inszenierung "Hamlet" "Hamlet"
Schauspielhaus Bochum
Regie: Johan Simons
Besetzung:
Hamlet: Sandra Hüller
Claudius: Stefan Hunstein
Gertrud: Mercy Dorcas Otieno
Polonius: Bernd Rademacher
Laertes: Dominik Dos-Reis
Ophelia: Gina Haller
Rosencrantz: Konstantin Bühler
Guildenstern: Ulvi Teke
Fortinbras: Mourad Baaiz

Das Stück ist online vom 1. Mai, 20 Uhr und abrufbar bis zum 30. Juli 2020.

Serie "Deutscher"

Was wäre, wenn bei der letzten Bundestagswahl eine rechtspopulistische Partei die absoluten Mehrheit gewonnen hätte und nun regieren würde? Die vierteilige Serie "Deutscher" spielt dieses Szenario nicht anhand von politischen Debatten im Bundestag und neuen Gesetzvorschlägen durch, sondern an dem privaten Leben zweier benachbarter Familien, von denen die eine sich begeistert über den Sieg der Partei zeigte und die andere entsetzt.

Szenenbild aus der Miniserie "Deutscher" 10 min
Bildrechte: ZDF/Martin Rottenkolber

Was wäre, wenn bei der letzten Bundestagswahl eine rechtspopulistische Partei gewonnen hätte und nun regieren würde? In der Serie "Deutscher" gehen zwei benachbarte Familien damit sehr verschieden um.

MDR KULTUR - Das Radio Di 28.04.2020 14:45Uhr 09:35 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

"Deutscher" zeigt am Bespiel der Familien Schneider und Pieckels, wie die Spaltung des Landes sich auch im Privatleben der Menschen auswirkt, auf Freundeskreise, das Arbeitsumfeld und Liebesbeziehungen. Trotz einiger Klischees und einem übertrieben krimi-reifen Final glaubwürdig gespielt besonders von den Mütter-Darstellerinnen Meike Droste ("Mord mit Aussicht") und Milena Dreißig ("Stromberg").

Mehr zu "Deutscher" Die Serie ist bis zum 18. Dezember 2020 in der ZDF-Mediathek abrufbar.


Tatort: "Die Guten und die Bösen"

Dieser aus Sicht unseres Kritikers Knut Elstermann außergewöhnliche Tatort des Hessischen Rundfunks von Petra K. Wagner (Buch: David Ungureit) stellt das Ermittlerpaar Anna Janneke und Paul Brix (Margarita Broich und Wolfram Koch) vor eine Aufgabe, deren Lösung scheinbar leicht, deren moralische Dimension aber unermesslich ist. Der Täter nämlich gesteht ohne zu zögern. Er ist ein Polizeihauptmeister (mit tragischer Größe von Peter Lohmeyer gespielt), der den Vergewaltiger seiner Frau gefoltert und getötet haben will.

Die Kommissare Anna Janneke (Margarita Broich) und Paul Brix (Wolfram Koch).
Bildrechte: HR/Degeto

Wer ist Täter? Wer ist Opfer? Wie lässt sich Gerechtigkeit nach einer furchtbaren Tat erlangen? Alle angeblichen Gewissheiten lösen sich bald auf, wofür die chaotischen Renovierungsarbeiten im Kommissariat ein schönes Sinnbild sind, niemand findet hier irgendetwas. Bei den ungelösten Fällen sitzt die pensionierte Kommissarin Elsa Bronski, die vielleicht ein geheimes Wissen hütet.

"Die große Hannelore Elsner gibt diesem klugen Tatort in ihrer letzten Rolle eine stille Weisheit, ein zartes, zerbrechliches Orakel im Keller", so Filmkritiker Elstermann. Sie starb kurz nach den Dreharbeiten.

Mehr zum Tatort "Die Guten und die Bösen" Der Film ist bis zum 19. Oktober 2020 in der ARD-Mediathek zu sehen.


"Der Überläufer"

Der ARD-Zweiteiler entstand nach dem Roman von Siegfried Lenz aus dem Jahr 1951, der aber damals gar nicht veröffentlicht wurde, weil die Zeit noch nicht reif war im Nachkriegs-Westdeutschland. Er kam erst posthum 2016 heraus und war eine literarische Sensation.

Jannis Niewoehner als Walter Proska und Malgorzata Mikolajczak als Wanda
Jannis Niewoehner als Walter Proska und Malgorzata Mikolajczak als Wanda. Bildrechte: NDR/Dreamtool Entertainment

Erzählt wird die Geschichte eines jungen Mannes, Walter Proska, an der Ostfront im letzten Kriegssommer. Er verliebt sich an einem verlorenen Außenposten in eine polnische Partisanin und begreift mehr und mehr die Sinnlosigkeit des Krieges. Jannis Niewöhner spielt hier eine seiner besten Rollen, einen Suchenden und Tastenden, einen Gefangenen seiner brutalen Lebensumstände. Er freundet sich mit Wolfgang an, einem ehemaligen Studenten, der fliehen will und ihn schließlich mitreißt zum Überlaufen zu den Russen. Sebastian Urzendowsky spielt hervorragend einen Mann, der nur scheinbar sicher und entschlossen ist, der alle Zweifel und Widersprüche ersticken will.

Auch wenn Walter die Fronten wechselt, er bleibt ein Mann zwischen den Fronten, selbst nach dem Krieg in der DDR, wo er zunächst dem neuen System dient. Die Schilderung der antifaschistischen Aufarbeitung in der DDR erscheint im Film allerdings politisch sehr verkürzt und einseitig, findet Filmkritiker Knut Elstermann. Doch insgesamt gelingt Regisseur Florian Gallenberger sehr einfühlsam und bewegend, die Ambivalenzen der Figur sichtbar zu machen, dieses Generations-Gefühl, nie in der richtigen Haut zu stecken, nie das richtige Leben führen zu dürfen.

Mehr zu "Der Überläufer" Erster Teil am 8. April, zweiter Teil am 10. April, 20:15 Uhr im Ersten und als 4-teilige Miniserie in der ARD-Mediathek bis zum 8. Juli 2020 verfügbar.


"Die Getriebenen"

Szene aus dem Doku-Drama "Die Getriebenen".
Der Film ist eine Mischung aus Fiktion und Doku. Bildrechte: rbb/carte blanche/Volker Roloff

Regisseur Stephan Wagner hat mit "Die Getriebenen" das Sachbuch des Journalisten und "Politik-Insiders" Robin Alexander verfilmt. Darin geht es um den komplizierten Prozess der Entscheidungsfindung und wie Politiker heutzutage mit Informationen versorgt werden. Die Politikerinnen und Politiker werden hier glänzend von großen Schauspielern wie Imogen Kogge als Angela Merkel oder Josef Bierbichler als Horst Seehofer verkörpert, wie Filmkritiker Knut Elstermann findet. Sie sehen den echten Personen nicht nur ähnlich, sondern machen mit ihrem Schauspiel auch die inneren Konflikte sichtbar und zeigen, wie zwischen unterschiedlichen Interessenlagen abgewogen werden muss.

Unser Filmkritiker Knut Elstermann findet: "Die Getriebenen" bietet faszinierende Übergänge vom Dokumentarischen zum Fiktiven, bei der scheinbar jeder eine Meinung hat, jeder eine gewisse Faktenkenntnis. Ein spannender Blick ins Innere der Politik, bei der es um Entscheidungen in Krisenzeiten geht, die uns alle betreffen – und somit hochaktuell ist.

Mehr zu "Die Getriebenen" Der Film ist bis zum 15. Juli in der ARD-Mediathek abrufbar. Im Fernsehen läuft "Die Getriebenen" am Mittwoch, den 15. April, um 20:15 Uhr im Ersten.


Tatort "Die Zeit ist gekommen"

Anna (Katia Fellin) und Louis Bürger (Max Riemelt) sehen zuversichtlich in die Zukunft.
Anna (Katia Fellin) und Louis Bürger (Max Riemelt) sehen zuversichtlich in die Zukunft. Bildrechte: MDR/W&B Television/Michael Kotschi

Es geht in diesem MDR-Tatort aus Dresden um einen spannenden Fall: Ein junges Paar will nach vielen Wirrungen endlich neu anfangen, beeindruckend gespielt von Max Riemelt und Katia Fellin. Sie wollen eine feste Arbeit, ein geregeltes Leben, ein Zuhause für den kleinen Sohn, der ist noch im Heim. Doch da wird vor ihrem Haus der Nachbar, ein Polizist, tot aufgefunden, sie werden wegen der Vorstrafe des Mannes verdächtigt. Beim Versuch zu fliehen, werden die beiden zu Geiselnehmern. Für die beiden Kommissarinnen entsteht eine doppelt schlimme Lage, sie müssen ermitteln und zugleich die akute, gefährliche Situation lösen.

Filmkritiker Knut Elstermann findet: Der hervorragende Regisseur, Stephan Lacant (von ihm stammt die erfolgreiche schwule Liebesgeschichte "Freier Fall", auch mit Max Riemelt) gibt diesen beiden Ermittlerinnen viel Raum für ihre feinsinnige Charakterzeichnung: Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Leonie Winkler (Cornelia Gröschel in ihrem 3. Fall). Im Jahr 2018 übernahm Cornelia Gröschel die Rolle einer Ermittlerin im Dresdner Tatort und kehrte damit in ihre Heimatstadt zurück. Beide Frauen agieren sehr menschlich, sehr normal, sehr gegenwärtig, auch in diesem, sehr differenzierten und klug erzählten Fall, bei dem sie eine gewisse Sympathie, ein Verständnis für die verzweifelten Täter, die eben auch Opfer sind, empfinden, urteilt Filmkritiker Knut Elstermann.

Mehr zu "Die Zeit ist gekommen" In der ARD-Mediathek bis zum 5. Oktober 2020 verfügbar.

(Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wird fortlaufend mit neuen Empfehlungen aktualisiert.)

Film und Kino in der Corona-Krise

Eine blonde Frau 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

+++ "World Taxi" (Dokumentarfilm, Deutschland, 2019) +++ "Bombshell" (Drama, USA/Kanada, 2019) +++ "Arturo Ui" - DVD +++

MDR Kultur - Filmmagazin Sa 13.06.2020 00:00Uhr 03:09 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 02. April 2020 | 08:10 Uhr

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