Lesefest Leipzig liest trotzdem, zumindest teilweise

Nach der Absage der Buchmesse und dem Lesefest "Leipzig liest" hatten viele Veranstalterinnen und Veranstalter angekündigt, die Lesungen und Gespräche trotzdem stattfinden zu lassen. Ein Großteil hält das Versprechen. Seit Donnerstag gibt es aber auch wieder vereinzelt Absagen und Programmänderungen.

Bei einer Leseveranstaltung sitzen ein Mann und eine Frau vor Publikum in einer Art alten Industriehalle.
Sie kamen trotzdem: Bücher-Fans im Museum für Druckkunst. Bildrechte: MDR/Katja Evers

Es soll ein Zeichen für die Kultur, ein Zuspruch für die Literatur werden. Unter dem Motto "Leipzig liest trotzdem" haben viele Buchhandlungen, Museen und Institute beschlossen, an den geplanten Programmpunkten festzuhalten – trotz Coronavirus. Viele tun das auch weiterhin, doch schon nach dem ersten Abend bröckelt die Programmplanung einzelner Veranstalterinnen und Veranstalter.

Leipzig liest trotzdem Bilder von den Veranstaltungen

Ein Mann auf einer Bühne.
Ralf Scharrer liest aus seinem Stalking-Roman "Dem Wahnsinn entkommen" Bildrechte: Mathias Braun
Ein Mann auf einer Bühne.
Ralf Scharrer liest aus seinem Stalking-Roman "Dem Wahnsinn entkommen" Bildrechte: Mathias Braun
Besucher im Central Kabarett und ein Mann auf einer Bühne.
Die Besucher bei der Veranstaltung im Central Kabarett Bildrechte: Mathias Braun
Ein Mann auf einer Bühne.
Ralf Scharrer Bildrechte: Mathias Braun
Eine Frau und ein Mann mit Mikrofonen bei einem Gespräch in einer Buchhandlung.
Barbara Thériault im Gespräch mit Elia van Scirouvsky Bildrechte: Mathias Braun
Zwei Personen auf einer Bühne in einer Buchhandlung lesen aus Büchern vor.
Das Gespräch bei Hugendubel Bildrechte: Mathias Braun
Publikum in Buchhandlung.
Das Publikum lauscht interessiert Bildrechte: Mathias Braun
Eine Frau und ein Mann in einer Buchhandlung.
Barbara Thériault signiert ihr Buch Bildrechte: Mathias Braun
Leipzig liest trotzdem
Olaf Jacobs (rechts), der Herausgeber des Buches "Die Treuhand. Ein deutsches Drama" beim Gespräch im Zeitgeschichtlichen Forum Bildrechte: Mathias Braun
Ein Mann mit Mikrophone
Wirtschaftshistoriker Matthias Judt, Autor von Büchern zu DDR-Themen Bildrechte: Mathias Braun
Leipzig liest trotzdem
Das Zeitgeschichtliche Forum ist gut besucht. Bildrechte: Mathias Braun
Leipzig liest trotzdem
Publikum bei dem Treuhand-Gespräch im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig Bildrechte: Mathias Braun
Leipzig liest trotzdem
Ralph Grüneberger stellt seinen Roman "Herbstjahr" vor Bildrechte: Mathias Braun
Leipzig liest trotzdem
Das Publikum bei der Veranstaltung in der Runden Ecke in Leipzig Bildrechte: Mathias Braun
Leipzig liest trotzdem
Steffi Böttger Bildrechte: Mathias Braun
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Corona-Maßnahmen der Stadt Leipzig

Bei einer Leseveranstaltung sitzen ein Mann und eine Frau vor Publikum in einer Art alten Industriehalle.
Autor Jochen Schmidt und Illustratorin Line Hoven. Bildrechte: MDR/Katja Evers

Grund sind Maßnahmen der Stadt Leipzig. Am Donnerstag hatte Oberbürgermeister Burkhard Jung bei einem Pressetermin verkündet, alle Veranstaltungen mit über 1.000 Besuchern seien abzusagen, jene mit über 200 den Behörden zu melden – mit jeder einzelnen Teilnehmerin, jedem einzelnen Teilnehmer. Auflagen, die einige nicht erfüllen können. Das Kunst-Comic-Festival etwa hat den Hauptprogrammpunkt abgesagt, einen Markt mit Ausstellungen und Lesungen im großen Saal des Jugend-Kulturzentrums Conne Island. Man sei zu unerfahren im Umgang mit solchen Auflagen, sagt Veranstalterin Anna Haifisch. Deshalb seien alle Veranstaltungen mit wahrscheinlich mehr als 200 Leuten vorsichtshalber abgesagt worden.

Wir werden ein gutes Wochenende haben, aber nicht in dem Rahmen und in dem Ausmaß.

Anna Haifisch, Veranstalterin des Kunst-Comic-Festivals

Auch die Veranstaltungen der Lyrikbuchhandlung wurden gestern kurzfristig abgesagt – und das obwohl die Zahl der Gäste nicht meldepflichtig gewesen wäre.

Zahlreiche Literaturveranstaltungen in ganz Leipzig

Trotzdem halten zahlreiche Veranstalter an den geplanten Programmpunkten fest. Bis Sonntag gibt es Gespräche und Lesungen – unter anderem im Haus des Buches, der Connewitzer Verlagsbuchhandlung oder dem Museum für Druckkunst. Für die Direktorin des Museums Susanne Richter gab es trotz Corona-Debatten keine Zweifel:

Es ist einfach ein besonders Ambiente und wir fanden das so schade. Wir haben uns um Lesungen bemüht und auch die Autorinnen und Autoren waren so enttäuscht und dann haben wir gesagt: Jetzt erst Recht! Leipzig liest trotzdem!

Dr. Susanne Richter, Direktorin des Museums für Druckkunst

Wer eine der Veranstaltungen besuchen möchte, sollte am besten kurz vorher noch mal direkt auf der Seite des Veranstalters nachsehen.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 14. März 2020 | 08:10 Uhr

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