Renommierte Auszeichnung Rennen um Bachmann-Preis: Mitteldeutschland doppelt vertreten

Bildcombo: Katja Schönherr und Matthias Senkel
Sie ist in Marienberg, er in Greiz geboren: Katja Schönherr und Matthias Senkel. Bildrechte: Suzanne Schwiertz/Stephan Flad/MDR

Katja Schönherr und Matthias Senkel aus Mitteldeutschland nehmen in diesem Jahr am Rennen um den Ingeborg-Bachmann-Preis teil. Wie der österreichische Rundfunk ORF am Donnerstag mitteilte, sind Schönher und Senkel unter den 14 eingeladenen Autoren. Vergeben wird die Auszeichnung im Rahmen der 44. Tage der Deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt. Die traditionelle Eröffnungsrede wird von Sharon Dodua Otoo gehalten, die 2016 selbst Preisträgerin war.

Aufgrund der Corona-Krise wird der Literatur-Wettstreit in diesem Jahr online ausgetragen, die Lesungen der Autoren werden dazu voraufgezeichnet. Die Debatte der Jury werde aber live stattfinden, die Jury-Mitglieder werden dazu von mehreren Kameras in ihren Arbeitszimmern gefilmt. Normalerweise findet die Veranstaltung in Klagenfurt vor Publikum statt.

Zwei Teilnehmer mit Leipzig-Bezug

Katja Schönherr, geboren in Marienberg, wuchs in Dresden auf und studierte Journalistik und Kulturwissenschaften in Leipzig. Die ehemalige MDR-Mitarbeiterin absolvierte ein Volontariat bei der Rheinischen Post und lebt nach mehreren Zwischenstationen seit etwa zehn Jahren in Zürich. Als freie Autorin ist sie etwa für die NZZ am Sonntag tätig. 2019 erschien ihr Debütroman "Marta und Arthur".

Matthias Senkel wurde 1977 in Greiz geboren und lebt inzwischen in Leipzig. 2018 war er mit seinem Roman "Dunkle Zahlen" für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik nominiert. Insgesamt nehmen sieben Autorinnen und Autoren aus Deutschland am Wettstreit um den Bachmannpreis teil.

Größte Überraschung

Außerdem im Teilnehmerfeld mit dabei ist Helga Schubert. In ihrer Einladung sieht MDR KULTUR-Literaturkritikerin Katrin Schumacher eine große Überraschung. Helga Schubert wurde 1940 in Berlin geborene und sollte bereits 1980 am Wettbewerb teilnehmen, durfte damals aber nicht aus der DDR ausreisen. Zwischen 1987 und 1990 saß die Autorin dann in der Jury.

Eine der renomiertesten Auszeichnungen

Die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann
Ingeborg Bachmann Bildrechte: dpa

Der Ingeborg-Bachmann-Preis wird in Erinnerung an die in Klagenfurt geborene Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (1926-1973) verliehen. Der seit 1977 vergebene Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und gilt als eine der renommiertesten Literaturauszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Am Wettbewerb nehmen stets 14 Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teil. Für gewöhnlich lesen sie ihre Beiträge in ausgeloster Reihenfolge vor, nach jedem Text folgt eine Diskussion der Jury.

Bachmannpreis in Zeiten von Corona Aufgrund der Corona-Pandemie werden die Tage der deutschsprachigen Literatur digital abgehalten. Die Lesungen sind dabei voraufgezeichnet. Die Eröffnung am 17. Juni 2020 wird im Internet übertragen, in den Folgetagen kann der Wettbewerb unter anderem bei 3sat verfolgt werden. Die Schlussdiskussion und Preisvergabe ist für Sonntag, 21. Juni, ab 11 Uhr angesetzt.

Mehr Literatur

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 28. Mai 2020 | 17:10 Uhr