Comic-Zeichner Asterix-Zeichner Albert Uderzo gestorben

Der Zeichner der weltberühmten Asterix-Comics, Albert Uderzo, ist tot. Uderzo starb im Alter von 92 Jahren, wie seine Familie am Dienstag mitteilte. Gemeinsam mit Autor René Goscinny gehörte er zu den "Vätern" der Comicserie um ein Dorf voller unbeugsamer Gallier, die den römischen Besatzern die Stirn bieten.

Uderzo sei zu Hause in Neuilly im Schlaf an einem Herzinfarkt gestorben, sagte sein Schwiegersohn Bernard de Choisy der Nachrichtenagtentur AFP. Er sei seit Wochen "sehr müde" gewesen. Ein Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus bestehe jedoch nicht.

Der Comic-Experte und Literaturchef der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", Andreas Platthaus, bezeichnete Uderzos Asterix-Comics als perfekt gezeichnete Werke, "wie es nur ganz wenige gibt". Platthaus sagte MDR KULTUR, Uderzos Leistung sei es gewesen, zwei Comic-Schulen miteinander zu vereinen: den amerikanischen Cartoon der Walt-Disney-Ästhetik und den europäischen Comic mit seinem Anspielungsreichtum in historischen oder politischen Fragen. "In gewisser Weise steckte in Asterix das Beste aus diesen beiden Comic-Welten", so Platthaus.

Asterix entwickelte sich zu einem Phänomen

Gegen Cäsar kämpfen oder auf Kreuzfahrt gehen: Die Abenteuer von Asterix und Obelix sind weltweit bekannt. Vor mehr als einem halben Jahrhundert erschien das erste Album der Abenteuer von Asterix und Obelix. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Die Comics verkauften sich weltweit millionenfach und wurden in mehr als 100 Sprachen und Dialekte übersetzt.

Es entstanden mehr als zehn Zeichentrick- und Realverfilmungen – so verkörperte z. B. Gerard Depardieu den Obelix. 1989 eröffnete der Asterix-Freizeitpark bei Paris, Hunderte von Merchandising-Produkte wurden entworfen.

Uderzos langjähriger deutscher Verlag Egmont Ehapa Media GmbH zur traurigen Nachricht: "Die Welt hat einen großen Zeichner verloren. Zugleich bleiben wir reich beschenkt zurück mit den einzigartigen Comic-Geschichten aus Gallien. Durch die Abenteuer von Asterix wird Albert Uderzo uns und den Lesern in bunter, humorvoller Erinnerung bleiben. Wir bedanken uns bei ihm für eine vertrauensvolle und außergewöhnliche verlegerische Partnerschaft über ein halbes Jahrhundert und für all seine pointierten Zeichnungen und Geschichten."

Aus dem Leben von Uderzo

Uderzo wurde am 25. April 1927 als Sohn italienischer Einwanderer in der Nähe von Reims geboren. Er kam übrigens mit je sechs Fingern an einer Hand zur Welt, seine Eltern entschieden sich, die überzähligen Finger entfernen zu lassen. Außerdem war Uderzo farbenblind. Doch bereits Ende der 40er-Jahre gehörte er zu den erfolgreichsten Zeichnern seiner Generation.

Als er 1951 den Geschichtenschreiber René Goscinny kennenlernte, begannen sie gemeinsam zu arbeiten. Sie produzierten Serien, z. B. über die Erlebnisse des Kaperkapitäns "Pitt Pistol" und des jungen Reporters "Luc Junior". Das erste Abenteuer mit Asterix wurde 1959 in der Zeitschrift "Pilote" veröffentlicht, zwei Jahre später erschien das erste Album "Asterix le Gaulois" ("Asterix der Gallier").

Die Asterix-Reihe sollte der größte Erfolg des Duos werden. Bis 1977, dem Jahr, in dem Goscinny im Alter von 51 Jahren starb, veröffentlichte das Duo mehr als 20 Alben. Als Zeichner und Texter setzte Uderzo die Serie fort. Die erste von ihm allein geschaffene Geschichte "Der große Graben" erschien 1980. Später übergab er das Zepter an jüngere Kollegen. Der erste Asterix-Band von Jean-Yves Ferri und Didier Conrad erschien 2013.

Asterix der Gallier
Szene aus "Asterix der Gallier" - Obelix trägt einen Hinkelstein! Bildrechte: imago/United Archives

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 24. März 2020 | 10:30 Uhr