Kratzen im Hals und Husten Wie funktioniert der Corona-Test - und wann sollte man sich testen lassen?

Das Coronavirus breitet sich in Deutschland weiter aus. Um das Ansteckungsrisiko zu verringern, sollen die Tests ausgeweitet werden. Doch wie funktioniert der im Detail und wann wird er genehmigt?

Corona Abstrich Test
Nur erkältet oder mit dem Coronavirus angesteckt? Mit absoluter Sicherheit kann das nur ein Corona-Test beantworten. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Wie komme ich an ein Rezept für den Test?

Laut Bundesgesundheitsministerium obliegt die Entscheidung über einen Test dem Arzt. Hält dieser die Überprüfung für notwendig, würden die gesetzlichen Krankenkassen auch die Leistung übernehmen. Der Arzt müsse dabei aber bestimmte Kriterien des Robert Koch-Instituts (RKI) berücksichtigen.

Wann wird man getestet?

Nicht jeder, der die typischen Symptome des Coronavirus zeigt, wird in Deutschland auf das Sars-CoV-2 getestet. Dazu muss der potenziell Infizierte zudem weitere Kriterien erfüllen:

  • Kontakt mit einem bestätigten Coronavirus-Infizierten in den vergangenen 14 Tagen
  • Aufenthalt in einem vom Robert-Koch-Institut benannten Risikogebiet in den vergangenen 14 Tagen
  • Aufenthalt in Nicht-Risikogebieten, in denen das Coronavirus ausgebrochen ist (beispielsweise der Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen)

Wie läuft der Test ab?

Dem Patienten wird ein Rachenabstrich oder ein Abstrich aus der Nase entnommen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt darüber hinaus bei einem begründeten Coronavirus-Verdacht auch Proben aus den tiefen Atemwegen zu entnehmen, beispielsweise ausgehustetes Sekret, das aus den Bronchien oder der Lunge stammt.

Hintergründe zum Coronavirus

Wie und wann bekomme ich das Ergebnis?

Die entnommenen Proben werden im Labor mittels einer Polymerase-Kettenreaktion (polymerase chain reaction, PCR) untersucht. Die PCR wird übrigens auch bei Vaterschaftstests und der Untersuchung des genetischen Fingerabdrucks bei Verbrechen genutzt. Der Test auf das Coronavirus Sars-CoV-2 selbst dauert etwa fünf Stunden. Die Ergebnisse liegen nach ein bis zwei Tagen vor. Sie werden dem Patienten vom Arzt mitgeteilt.

Was passiert, wenn ich an Corona erkrankt bin?

Ist das Ergebnis positiv, wird das Gesundheitsamt informiert. Der Patient muss sich in häusliche Quarantäne begeben. Ist der gesundheitliche Zustand kritisch, wird er in ein Krankenhaus mit entsprechenden Schutzmaßnahmen eingewiesen. Kontaktpersonen werden ermittelt. Um die Ausbreitung des Virus möglichst einzudämmen, müssen diese sich ebenfalls in Quarantäne begeben.

Reagenzgläser mit der Beschriftung COVID-19
Am Coronavirus erkrankt oder nicht? Der Test auf Sars-CoV-2 gibt Aufschluss. Bildrechte: imago images/photothek

Kann ich infiziert sein und der Test ist negativ?

Der PCR-Test auf Sars-CoV-2 ist sehr genau, aber dennoch kein Garant. Wenn man Symptome hatte, sollte man sich - selbst bei einem negativen Testergebnis - in Quarantäne begeben. Denn der Test kann auch dann negativ ausfallen, wenn jemand schon infiziert ist.

Sollte Test wiederholt werden - und wann?

Trotz negativem Testergebnis soll bei anhaltenden Symptomen nach zwei Tagen eigentlich erneut getestet werden. Denn schon vor dem Test auf das Coronavirus kann einiges schiefgegangen sein. Die Proben können beispielsweise falsch oder zum falschen Zeitpunkt entnommen worden sein. Aus diesen Gründen werden Patienten mehrfach getestet.

Warum wird nicht jeder getestet, der möchte?

Die Kapazitäten sind begrenzt. Labore müssen, neben den Coronavirus-Tests, auch noch andere Tests durchführen, beispielsweise für Menschen nach einem Herzinfarkt oder Menschen, die an Krebs leiden. Eine weitere Engstelle sind oft die Gesundheitsämter, die an ihrer Belastungsgrenze arbeiten.

In Tübingen gibt es auf dem Festplatz einen Corona-Drive-In: Eine Ärztin entnimmt durchs Autofenster eine Speichelprobe
In Tübingen gibt es auf dem Festplatz einen Corona-Drive-In: Eine Ärztin entnimmt durchs Autofenster eine Speichelprobe. Bildrechte: imago images / ULMER Pressebildagentur

So funktionieren Corona-Drive-Ins

Um die Hausärzte zu entlasten, entstehen immer mehr so genannte Corona Drive Ins. Testpersonen fahren vor und müssen lediglich die Autoscheibe runterlassen. Ärzte und Helfer kommen in Schutzkleidung direkt ans Auto. Die Patienten sollen das Auto nicht verlassen. Vorfahren darf aber nur, wer sich vorher telefonisch beim Hausarzt gemeldet hat. Der Arzt verweist dann an eines der Zentren weiter.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 24. März 2010 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. März 2020, 14:10 Uhr

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